A  
Allgemeinstelle
Die Allgemeinstelle ist eine Litfaßsäule oder Tafel, die in der Regel auf öffentlichem Grund steht und zugleich von mehreren Werbekunden gleichzeitig genutzt wird (Wechselanschlag). Die Belegung dieser Stellen erfolgt netzweise: meist entspricht ein Netz allen Allgemeinstellen eines Ortes, in größeren Städten werden in der Regel mehrere Teilnetze angeboten. In ländlichen Gebieten werden u.U. meherere Netze zu Wirtschaftsräumen sinnvoll zusammengefasst. Die Allgemeinstelle wird grundsätzlich im Dekadenrhythmus geklebt. Die einsetzbaren Plakatgrößen (Bogenformate) reichen von 1/4 Bogen bis 6/1 Bogen.
 
 
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B  
Bogenformate
Die Größe der Plakatbögen basiert auf dem Format DIN A1 (59,4 x 84 cm), auch als 1/1 Bogen (sprich: "Ein Eintel Bogen") bezeichnet wird. Alle anderen in Deutschland gängigen Plakatformate sind Teile oder ein Vielfaches dieses 1/1 Bogens, wobei das kleinste Plakatformat 1/4 Bogen = DIN A3 = 29,7 x 42 cm darstellt. Ein Großflächenplakat mit 18/1 Bogen hat demnach das Format 356 x 252 cm.
 
 
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D  
Dekade
Das Plakatjahr ist bundeseinheitlich in drei Termin-Blöcke zu je 34 Klebeintervallen (Dekade: Zeitraum von 10 Tagen) eingeteilt. Sie stellen die vorab festgelegten Termine dar, zu denen ein Plakat an den Werbeträgern angebracht wird. Durch die zeitliche Überlappung der Blöcke wird eine gleichmäßige Auslastung der Plakatlogistik sichergestellt.
 
Druckfarben
Druckfarben müssen hohe Lichtechtheitswerte haben, damit sie nicht vorzeitig ausbleichen (WS 6 bis 8, mind. WS 5). Druckfarben müssen alkaliecht sein, da die verwendeten Klebstoffe alkalische Bestandteile enthalten können. Druckfarben müssen wasserfest sein. Sie dürfen in nassem Zustand nicht auslaufen. Diese Eigenschaft ist auch für die Wetterbeständigkeit des Anschlages von Bedeutung. Wenn eine Farbe ausbleicht, dann meist durch die vereinte Wirkung von Sonne und Regen. Druckfarben müssen elastisch sein. Sie dürfen nicht abmehlen, also keinen Farbstaub abgeben. Metallschmuckfarben (Gold- und Silberbronzierungen) sind aufwendig in der Produktion, da sie vor Oxidation geschützt werden müssen. Gedruckt wird grundsätzlich nach der Europa-Farbskala; individuelle Zusatzfarben verteuern den Preis. Dunkle Plakate sind empfindlicher als helle, da dunkle Farben zur Grauschleierbildung neigen, die sich aus der Verbindung von Leim und Trockenpulver ergibt. Sinngemäß gelten diese Angaben auch für Plakate, die in Kleinauflage durch Fotokopierer, Laserdrucker u. ä. hergestellt werden. Aufgrund der Vielzahl von Druckverfahren und Farbrezepturen können wir keine Gewähr dafür übernehmen, dass derartige Drucke zur Plakatierung geeignet sind.
 
 
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G  
Ganzsäule
Die Ganzsäule oder Ganzstelle ist eine Sonderform der Litfaßsäule, die jeweils nur einem Werbetreibenden pro Dekade zur Verfügung steht. Einsetzbar sind Plakatformate bis 6/1 (bei einigen Säulen auch 8/1) Bogen, wobei pro Säule in der Regel drei Plakate geklebt werden, um die säulentypische Rundum-Wirkung zu erzielen.
 
Gewicht
Am Günstigsten ist ein Papiergewicht von 100 bis 120 g/qm. Leichtere Papiere scheinen durch und reißen schneller. Schwerere Papiere lassen sich nicht gut verarbeiten.
 
Großfläche
Eine Großfläche ist eine Anschlagtafel, die für Plakate in der Größe 18/1 Bogen geeignet ist. Großflächen können als Ganzes von jeweils einem Kunden im Vollformat belegt werden. Die Flächen sind einzeln buchbar und erlauben daher eine präzise Selektion nach unterschiedlichsten Kriterien.
 
 
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L  
Laufrichtung
Jedes Papier hat eine Laufrichtung (Faserlauf). Da sich Papiere quer zur Laufrichtung in feuchtem Zustand stärker dehnen, müssen mehrteilige Plakate grundsätzlich auf Papierbogen mit der gleichen Laufrichtung gedruckt werden.
 
 
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N  
Nassdehnung
Das Plakatpapier sollte sich durch Wässern nur gering ausdehnen.
 
Nassfestigkeit
Plakate werden für die Klebung auf die Formate DIN A3 oder DIN A2 gefalzt, vor dem Anschlagen bis zu 15 Minuten in Wasser eingeweicht, in Folie verpackt gelagert und in nassem Zustand angeschlagen (Nassklebeverfahren). Daher muss das Plakatpapier durch eine ausreichende Leimung nassfest sein und auch in nassem Zustand reißfest bleiben, d. h. sich nach dem Ansetzen an der Anschlagstelle noch ausrichten lassen, ohne dabei einzureißen.
 
 
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O  
Opazität
Das Papier muss ausreichend decken, damit an den unbedruckten Stellen das überklebte Plakat nicht durchscheint.
 
 
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Q  
Qualität
Am Besten geeignet sind holzfreie, vollgeleimte Naturpapiere, da diese während der Anschlagdauer nicht vergilben. Nicht geeignet sind Bilderdruck-, Chromo-, Glanz- und Kunstdruckpapiere, da sie nach dem Einweichen zusammenkleben. Auch können bei diesen Papieren die Falze an der Oberfläche ausbrechen und nach dem Anschlagen sichtbar bleiben. Synthetische Materialien, Haftfolien und Fotopapiere, sowie metallisierte Papiere können mit den ge-bräuchlichen Leimsorten nicht verklebt werden. Auch eingefärbte Papiere dürfen nicht verwendet werden, da sie auslaufen und andere Plakate verfärben. Für Überkleber darf kein gummiertes oder selbst-klebendes Papier verwendet werden.
 
 
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T  
Teilung
Bei mehrteiligen Plakaten muss die Unterteilung bereits beim Entwurf berücksichtigt werden. Teilungsschnitte sollten kleinere Schriften und besondere Bildelemente nicht trennen. Schrift sollte außerdem nicht bis an den Plakatrand gehen, da zur besseren Haltbarkeit über-lappend mit ca. 1,5 cm Breite geklebt wird.
 
 
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